Jubiläumsfest 2008
Das Jubiläums-Drechslereifest verzeichnete zahlreiche eindrückliche Momente und Überraschungen. Besonders der enorm grosse Publikumsaufmarsch über die drei Festtage, die Festreden und das Geschenk, dem meterhohen geschnitzten Holzadler, der österreichischen Freude der Gemeinde Fusch und des Schau- und Erlebnissägewerks Mühlauersäge, prägten diesen einmaligen Anlass. Die Abschlussveranstaltung sowohl des Jubiläumsjahres und der Saison 2008 markiert den bisherigen Höhepunkt bezüglich Publikumsinteresse und Besucherzahlen.
Mit der ersten Führung am Freitag um 10 Uhr begann das wunderschöne Jubiläums-Drechslereifest des VED Verein zur Erhaltung der Drechslerei Kleintal. Selbst Petrus war dem idyllischen Tälchen auf der Zürcher Seite der Hulftegg gut gestimmt und bescherte der Festgesellschaft wunderschönes Herbstwetter. Was natürlich am Samstag, dem offiziellen Festtag, von den zahlreichen Besuchern, Gastrednern, Freunden und Organisatoren des Anlasses besonders geschätzt wurde. Gleich nach der Willkommensansprache umrahmte die Harmonie Fischenthal musikalisch den Einmarsch der österreichischen Delegation, gemeinsam angeführt durch Leonhard Madreiter, Bürgermeister von Fusch am Grossglockner und Josef de Mas, Leiter des Schau- und Erlebnissägewerks Mühlauersäge. Das anschliessende Platzkonzert der Harmoniemusik Fischenthal bildete den Auftakt des abwechslungsreichen Programms. Auf der anschliessenden Führung wurden über die geschichtlichen Besonderheiten der Drechslerei und über die Aufgaben und Arbeiten des Vereins zur Erhaltung der Drechslerei Kleintal orientiert. Wie bei jeder Führung, löste die Öffnung des Wasserschiebers zur Inbetriebnahme der Poncelet-Turbine für die Kraftübertragung zur Gattersäge und in die Drechslerei-Werkstatt Staunen und Bewunderung aus.
Festreden aus Fern und nah
Nach Erklingen von Alphornklängen wurde am frühen Nachmittag der Jubiläumsfestakt mit der Festansprache des Vize-Präsidenten Urs Birrer eröffnet. Gäste aus nah und fern wurden begrüsst, so auch Vertreter des Kantons Zürich, wie Herr Albert Villiger der Kantonalen Baudirektion und Miroslav Chramosta von der Kantonalen Denkmalpflege, welche dieses Jahr auch ein Jubiläum, nämlich das 50-jährige Bestehen feiert. Dem mitten in den Vorbereitungen der Abschlussfeier unerwartet verstorbenen OK-Präsidenten Karl Sturzenegger wurde mit einer Schweigeminute gedacht. Der Gemeindepräsident von Fischenthal Josef Gübelin, der sich vor seiner Ansprache mit seinem österreichischen Amtskollegen und der Delegation unterhalten hatte, klärte über die Sprachverhältnisse auf und durfte verkünden, dass die Gäste aus dem Nachbarland unseren Dialekt gut verstehen. In seiner Rede wies er auf die Geschichte der Drechslerei und des Vereines hin. Auch wurde ein Dank und beste Glückwünsche ausgesprochen. Herr Chramosta von der Denkmalpflege wies auf den besonderen Charakter des industriearchälogischen Denkmales hin und auf die Wichtigkeit, ein derartiges Objekt mit seiner geschichtlichen und technischen Faszination zu pflegen, zu erhalten und dem Publikum zugänglich zu machen. Was es mit dem verhüllten Stück auf sich hatte, welches von zwei österreichischen Gästen herangetragen wurde, erfuhren die zahlreichen anwesenden Besucher in den Festreden des Bürgermeisters von Fusch, Herrn Leonhard Madreiter und Josef de Mas, dem Leiter des Schau- und Erlebnissägewerks Mühlauersäge. Beide wiesen auf die Entstehung der Partnerschaft der zwei Holzmuseen hin, die sich zu einer länderübergreifenden Freundschaft entwickelte. Beispiele von Gemeinsamkeiten, der beiden Orte mit „F“ Fischenthal und Fusch, der Regionen, der Holzberufe sowie der Motivation die Vielseitigkeit des Naturproduktes Holz dem Publikum bekannt und zugänglich zu machen, wurden erwähnt. Und das Geheimnis des verhüllten Objektes gelüftet, nämlich ein wunderschöner filigran geschnitzter meterhoher Holzadler als Geschenk zum Zeichen der Freundschaft zwischen gleichgesinnten beider Länder.
Eintauchen in vergangene Epochen
Unter wunderbaren Alphornklängen wurde das Programm mit der Trachtenmodeschau fortgesetzt. Frau Christine Wanner vom Heimatwerk Zürich Oberland lud zur Trachtenmodeschau ein. Sie erläuterte die verschiedenen Arten von Trachten, von zweckmässiger Arbeitskleidung bis zu eleganter Festtagskleidung mit Schmuck und Accessoires. Frau Sissi Sturzenegger erklärte dem beigeisterten Publikum alle Details der traditionellen Kleidung der defilierenden Trachtenmodels. Besonders der Holzschmuck, welcher manche Tracht zierte, fiel auf, weil es sich doch meist um ein gedrechseltes und sorgfältig bearbeitetes Holzstück handelte. Dies könnte ein Grund sein, weshalb die Drechsler als Holzgoldschmiede bezeichnet werden.
Den Schwung und Elan weiterziehen
Gestärkt durch die vielen guten Wünsche wird bereits am Programm des nächsten Jahres gearbeitet. Das Programmkomitee sieht vor, das Thema Holz über die Anwendung des Kunsthandwerks Drechslern hinaus zu berücksichtigen, und weitere Aktivitäten oder Zusammenarbeiten anzustreben, denkbar sind die Begleitung des Baus eines Blockhauses. Aufgrund des grossen Erfolges anlässlich des Familientages und der Familie-Holzworkshops am Sonntag der Jubiläumsfeier werden spezielle Holz-Werken Anlässe und Basteltage vorbereitet.
Druckversion
